Die Geschichte

Die Turn- und Sportgemeinschaft 1887 e.V. Wörsdorf ist aus dem 1887 gegründeten Turn-sowie dem Sportverein 1922 hervorgegangen. Sie ist der zweitälteste Verein in Wörsdorf, heute aber mit fast 900 Mitgliedern der größte Verein im Stadtteil.
            Zwischen der Volksschule (heute Wörsbachschule) und dem Verein besteht eine enge Zusammenarbeit, denn seit Errichtung der Turnhalle im Jahre 1926 werden Turngeräte, Turnhalle, Turnplatz und Sportplatz auch für den Schulunterricht genutzt. Darüber hinaus dient die Turnhalle allen Bürgern und Vereinen als Veranstaltungsort für diverse Festlichkeiten.
            Am 8. Juli 1887 fanden sich, wahrscheinlich im Gasthaus Großmann (früher Wörsbachtal, heute La Strada) 41 Männer zusammen um "das Turn-Verein zu Wörsdorf" zu gründen. Das noch existierende Gründungsprotokoll gibt Auskunft über Zweck und Ziel des Vereins. Es wurde ein Vorstand gewählt ( 1. Vorsitzender war Philipp Schnabel) und es wurden Statuten aufgesetzt, die von Bürgermeister und Landrat genehmigt wurden. Jedes Mitglied zahlte 1 Mark, wovon ein Barren und ein Reck angefertigt wurden. Das Eintrittsgeld wurde auf 1 Mark und der monatliche Beitrag auf 50 Pfennig festgelegt (Zöglinge die Hälfte). Im Jahr 1888 wurde erstmals ein Turnfest besucht (in Kirberg). Damit hatte die Idee von Turnvater Jahn auch in Wörsdorf feste Wurzeln geschlagen.
            Beim 75-jährigen Jubiläum im Jahr 1962 stand das erst später aufgetauchte "Grundbuch für das Turn-Verein zu Wörsdorf" nicht zur Verfügung, so daß Erzählungen der damals ältesten Ehrenmitglieder im Festbuch niedergeschrieben wurden. Dieses später aufgetauchte "Grundbuch" enthält Niederschriften aus den Jahren 1877 bis 1921, die Unterlagen aus den Jahren 1921 bis 1945 sind leider nicht mehr vorhanden. Der junge Verein schloss sich dem "Turngau Rheingau-Taunus", später "Turngau Mitteltaunus" an. In der Zeit zwischen 1896 und 1900 existierte sogar ein "Ballkomitee", was darauf schließen lässt, dass der Verein schon früher gerne gefeiert hat.
1901 wurde Karl Heilhecker zum 1. Vorsitzenden gewählt, der den Verein bis 1931 erfolgreich führen sollte. In dieser Zeit zeigte sich bei der Besetzung des Vorstandes, dass alle Stände aus Wörsdorfer Familien vertreten waren. Dies blieb trotz aller politischen Entwicklungen bis 1933 so. Mit anderen Idsteiner Vereinen bestanden freundschaftliche

            Verbindungen, man half sich untereinander.
Während der Jahre des 1. Weltkriegs kam das Vereinsleben fast völlig zum Erliegen, Wörsdorf hatte in dieser Zeit 35 Gefallene zu beklagen, davon 9 aktive Turner. Am 14.1.1920 fand die 1. Versammlung nach dem Krieg statt. Zum Andenken an die 9 gefallenen Turner wurden auf dem Turnplatz 9 Linden gepflanzt. Der Verein nahm neue Mitglieder auf, es wurden neue Sportarten (Schleuderball, Schlagball) sowie eine Knabenturngruppe eingeführt. Im Jahr 1921 wurden ein Fußball, eine Luftpumpe, sowie ein Regelbuch angeschafft, was also die Geburtsstunde des Fußballs in Wörsdorf darstellte. Ein Jahr später trennte sich diese Abteilung vom Verein und gründete den Sportverein 1922 Wörsdorf.
            Vom 10.-12.7.1926 fand das 31. Gauturnfest in Wörsdorf statt, wo auch die neue Turnhalle eingeweiht wurde. In diesen Jahren bemühte man sich nach Kräften, das Vereinsleben aufrecht zu erhalten, jedoch wurde dies zunehmend ab 1933 durch SA und HJ erschwert. Der Vereinsname existierte dann nur noch auf dem Papier, während der "Reichsbund für Leibesübungen" das Turnen organisierte. Mit Zusammenbruch des 3. Reiches 1945 war das Schicksal des TV 1887 Wörsdorf besiegelt.
            Ende 1945 trafen sich die Mitglieder der beiden Wörsdorfer Vereine im Gasthaus "Zum Wörsbachtal" um die Gründung eines neuen Vereins zu beraten. Die Alliierten erlaubten nur einen sporttreibenden Verein, schriftliche Unterlagen über die Gründung sind nicht mehr vorhanden. Im ersten ausführlichen Protokoll von 1950 taucht zum ersten Mal der Name "Turn- und Sportgemeinschaft Wörsdorf/Taunus" auf, der später mit dem Gründungsdatum 1887 ergänzt wurde.
           
Der Vorstand war hier Koordinator, die einzelnen Abteilungen wurden (wie heute) durch Abteilungsleiter geführt. In den 50-er Jahren hatte der Verein 170 Mitglieder, die Eintragung ins Vereinsregister wurde 1961 vollzogen. Im Jubiläumsjahr 1962 hatte der Verein 261 Mitglieder.
Wichtigstes Ereignis im Jahr 1968 war eine gemeinsame Sitzung von Vereinsvorstand und Gemeindevertretung sowie Kulturamt. Hier wurde der Bau eines neuen Sportplatzes besprochen und auch ein entsprechendes Gelände gefunden. Es waren noch viele Schwierigkeiten zu meistern, bevor 1971 mit den Arbeiten begonnen werden konnte. 1974 hatte der Verein dann 501 Mitglieder. Das Haushaltsvolumen lag in dieser Zeit bei ca. 70.000 DM.
           
Der langjährige Vorsitzende Willi Reuter stellte 1983 sein Amt aus Altersgründen zur Verfügung, von nun an war Volker Kraft der 1. Vorsitzende. In dieser Zeit wurde eine günstige Mitgliederentwicklung festgestellt, 1985 betrug die Mitgliederzahl 859, wobei auch einige ausländische Mitbürger zu den Mitgliedern zählten, was auch die Integrationsfähigkeit des Sports beweist. Beim Jahresumsatz wurde die Marke von 100.000 DM überschritten. Beim 100-jährigen Jubiläum 1987 wurde eine Mitgliederzahl von 930 erreicht. Es werden in 6 Abteilungen folgende Sportarten betrieben: Turnen, Fußball, Tischtennis, Leichtathletik, Volleyball und Wandern.
            Seit 1985 hat sich vieles ereignet, um besonders die junge Generation in den Verein zu integrieren. Es entstand die Volleyballabteilung und aus der Reihe der jungen Turnerinnen entstand die sehr erfolgreiche Tanzgruppe "Devotion". Zwischendurch existierte auch eine Basketballabteilung. Seit der Eingliederung Wörsdorfs in die Stadt Idstein 1971 hat sich Wörsdorf auch im Hinblick auf die Neubaugebiete überdurchschnittlich entwickelt. Neue Bürger kamen nach Wörsdorf, die sich rasch ins Vereinsleben integriert haben und mit neuen Ideen den Verein bereichert haben.
            Aushängeschild ist zum jetzigen Zeitpunkt die 1. Fußballmannschaft, die 9 Jahre in der Oberliga Hessen spielte und seit der Saison 2010/2011 wieder in der Verbandsliga Hessen-Mitte. Einen enormen Zuwachs verzeichnet der Jugendfußballbereich. Seit der Saison 2003/04 ist die TSG teilweise mehrfach von der A bis zur G-Jugend auf Kreisebene vertreten. Mittlerweils stehen hier mehr als 250 Jugendliche im Wettbewerb. Aufgrund des Zuwachses spielen die B und A-Junioren in der Gruppenligat und spielen teilweise ganz oben mit.
            In der Saison 2005/2006 hat unsere 2 Mannschaft unter dem Trainer der 1. Mannschaft, Nico de Rinaldis, den Aufstieg in die Gruppenliga geschafft. Mit dem neuen Trainer Gordon Walz setzte sich die Mannschaft in der Spitzengruppe fest und schaffte fast den Durchmarsch. Erst in der Relegation scheiterte die Mannschaft am TSV Wiesbaden und Eintracht Wetzlar. Leider musste die Mannschaft in der Saison 2008/2009 wieder absteigen und spielt nun mit Spielern aus dem eigenen Nachwuchs in der Kreisoberliga.
            Im Jahr 2007 wird nach langen Jahren des Wartens, auf dem alten Hartplatz ein Kunstrasen der neuesten Generation entstehen. Die Bauarbeiten die im Juli 2007 begonnen haben wurden im Okober 2007 abgeschlossen. Damit hat der Verein, mit Hilfe der Stadt Idstein, ideale Trainingsbedingungen geschaffen.      

 ......and it still goes on .........

Einleitung

1811 wurde in der Hasenheide bei Berlin der erste Turnplatz eröffnet, und es konnte vor über 175 Jahren niemand ahnen, dass von dort aus sich eine Bewegung entwickelte, die heute im Deutschen Olymischen Sportbund 27,6 Millionen Mitglieder umfasst. Friedrich Ludwig Jahn turnte auf diesem Fleckchen Erde mit einigen Gymnasiasten, und das Wort „Turnen“ wurde erst dadurch allgemeiner Sprachgebrauch. Wie allem Neuen, so stand man auch dieser Idee skeptisch gegenüber, und der deutsche Dichter Heinrich Heine spottete mit folgenden Worten darüber: „Er hat ein vaterländisch Gemüht, nur Eichelkaffee getrunken, Franzosen fraß er und Limburger Käs, nach letzterem hat er gestunken.“ Ziel der Turnplatzgründung war die öffentliche Erziehung der männlichen Jugend zu äußerer Wehrhaftigkeit und innerer Wahrhaftigkeit, zunächst Vorbereitungen zum Kampf gegen jenen Mann, der offen bei den Turnern nicht genannt wurde, aber Europa damals in Atem hielt. NAPOLEON I. Unter Turnkunst übte man dabei auf der Hasenheide weit mehr, als heute unter Kunstturnern verstanden wird. Dreibeinlauf, Kiebitzlauf, Springen, Hüpfen, Werfen, Schleudern, Tragen, Klettern, Übungen am Tau, richtiges Gehen und als neueste Erfindung, das Üben am Barren. Die Gerüste und erforderlichen Geräte wurden durch Jahn selbst und kleine Mitgliedsbeiträge finanziert. Alle Stände turnten unterschiedslos zusammen, die Ärmeren durften beitragsfrei mitmachen. Man trug eine graue Leinentracht, die in ihrer losen Form mit unbotmäßig geöffnetem Kragen, in langen Haaren und wallendem Bart das symbolisiert, was Jahn unter „volkstümlich“ verstand. Denn das war das Neue: Der Turnplatz war von vornherein ein politischer Ort, er zielte auf öffentliche Wirkung, er sollte „anstecken“. Auf dem „Tie“, dem Versammlungszentrum, plante man die politische Zukunft eines geeinten und befreiten Deutschland. Gespart wurde auch nicht mit Kritik gegen "die da oben", gegen die Besitzbürger, die politisch Windschnittigen, die "Ruhe und Ordnung" Rufer.

Ein Tummelplatz der Unangepassten. Und "ansteckend" war er. So sehr, dass 1820 die Herrschenden die 150 Turnplätze der Revolution schließen ließen. Erst 1842 wurden sie auf Befehl des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm IV. wieder geöffnet, das Turnen offiziell als Erziehungsmittel anerkannt. Die Nachwelt hat sich dann in vielfältiger Weise der Hasenheide erinnert. Nach der Reichsgründung 1871 fiel sie unter das allgemeine "Nun-ist-es erreicht!" Die Geschichtsschreiber glaubten hier die Ursprünge der nationalen Einigung durch Bismarck erkennen zu können. Nach der Niederlage im 1. Weltkrieg betonte man, dass von der Hasenheide die Befreiung vom fremden Joch und der Weg zu nationaler Größe ausgegangen sei.

Der Nationalsozialismus machte es sich noch einfacher: Die Hasenheide wurde .Volksheiligtum", die schon 1872 eingeweihte Jahn-Statue (sie steht dort immer noch) wurde erneut eingeweiht, das "Modell Hasenheide" zum politischen Vorbild der Leibeserziehung ... . Unterdrückung der Turnvereine von 1933 - 1945 zeigte gerade das Gegenteil, weil man demokratisch geführte Vereine mit Vorstand und Mitgliederversammlungen in denen echte Demokratie praktiziert wurde, nicht brauchen konnte. Heute ist die “Hasenheide“ ein Volkspark im Berliner Stadtteil Neukölln. Die Jogger, die hier vornehmlich ihren Tagesstress abends ablaufen, werden wohl kaum ahnen, auf welchem historischen Boden sie ihre Füße setzen. AM ANFANG WAR DIE HASEN HEIDE.

Als erste Vereine wurden 1816 die Hamburger Turnerschaft - heute ein Verein mit fast 5000 Mitgliedern -, 1817 der Mainzer Turnverein und 1819 der Bürgerturnverein Basel gegründet. Nach dem ersten deutschen Bergturnfest 1844 auf dem Feldberg im Taunus wurden in vielen Dörfern und Städten bis zur Jahrhundertwende Turnvereine gegründet. In unserer näheren Heimat entstanden 1844 der Turnverein Idstein, 1845 die Turngemeinde Hochheim, 1846 die Turnvereine Erbenheim und Biebrich, die Turngemeinden Eltville und Winkel und der Turn- und Sportverein Eintracht Wiesbaden, 1861 die Turnvereine Wallau und Rambach, 1881 Bierstadt, 1883 Nordenstadt, 1885 Kloppenheim und Vockenhausen sowie 1886 Auringen und Igstadt.

Vorsitzende von

1887-1895 Philipp Schnabel
1896-1899 Wilhelm Feix
1900-1931 Karl Heilhecker
1932-1945 Adolf Ullius
1945-1946 Bert Zehl
1946-1947 Kurt Albuschat
1948-1952 Karl Baum
1952-1954 Willi Reuter
1955-1956 Karl Baum
1957-1958 Johann Theißen
1959-1962 Werner Maurer
1963-1972 Johann Theißen
1973-1983 Willi Reuter
1984-1993 Volker Kraft
1994-1998 Bodo Holinski
1999-2003 Werner Ott
2003-2009 Johannes Eschenauer
2010-2012 Heiko Winter
2012 - Matthias Moxter